Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen

Das Fest Allerheiligen hat einen beinahe banal anmutenden Hintergrund.

HeiligeHatte man in der Anfangszeit des Christentums noch die Möglichkeit die wenigen Märtyrer und Heiligen an unterschiedlichen Tagen anzubeten, nahm deren Zahl über die Jahrhunderte derart zu, dass dies nicht mehr zu bewerkstelligen war.

In den meisten orthodoxen Kirchen wird bereits seit dem 4. Jahrhundert der erste Sonntag nach Pfingsten als „Herrentag aller Heiligen“ gefeiert. In der katholischen Kirche begann diese Tradition im 7. Jahrhundert und ab dem 8. Jahrhundert verbreiteten iroschottische Wandermönche das Allerheiligenfest mit dem Datum des 1. November.

Offiziell festgelegt wurde das Datum letztlich im Jahre 865 von Papst Gregor IV., welcher entschied, dass alle Gläubigen der Westkirche am 1. November ihrer Heiligen gedenken sollen.

Wenn es darum geht, wer heilig ist, vermutet man heutzutage dass der Papst eine Entscheidung fällt und jemanden heilig oder selig spricht. Doch genau genommen sind alle getauften Christen Heilige. Diese werden mit der Taufe zur Verkündigung des Evangeliums berufen, was der Bedeutung des Wortes „heilig“ – berufen zu sein – entspricht.

Ich persönlich finde ja, dass Allerheiligen auch heutzutage ein wichtiges Fest ist.

Denn im Grunde gedenkt man Menschen die oft über alle Maßen Menschlichkeit bewiesen haben. Die oft für ihre Überzeugungen und ihren Glauben mit dem teuersten Gut, ihrem Leben, bezahlen mussten.

Auch heute noch bringen Menschen für Freiheit, Gerechtigkeit und eine mögliche bessere Zukunft dieses Größte aller Opfer.

Weiterführende Links:
Religion orf.at
Wikipedia

Allerseelen

Am Allerseelentage, da sind
die Gräber von Lichtlein umglänzt,
mit Blumen des Herbstes spielet der Wind,
womit man die Kreuze bekränzt.

Und sinnende Menschen knien entlang,
die Augen von Thränen umflort,
vom Chor erdröhnt es im Orgelklang:
„Bedenket, was ihr verlort!“

Quelle: Der Gottesacker am Tage Allerheiligen und Allerseelen (1841)

FriedhofAllerseelen ist der Tag an dem die Friedhöfe am hellsten erleuchtet sind. Der Tag, an dem fast alle die Zeit finden ihrer Verstorbenen zu gedenken und ihrer letzten Ruhestätte einen Besuch abzustatten.

Nur die katholische Kirche glaubt, dass die Verstorbenen nach dem Tod zu allererst ins Fegefeuer kommen, wo sie von eventuellen Sünden gereinigt werden sollen. Wobei das „Fegefeuer“ ein Teil des persönlichen Gerichts vor Gott darstellt und eigentlich den Sinn hat, sich selbst zu erkennen wie man wirklich ist.

Die Gebete der Lebenden sollen die Verstorbenen in dieser Phase ihres Übergangs unterstützen.

Im Gegensatz zu Allerheiligen ist der Ursprung von Allerseelen konkret belegt. Abt Odilo von Cluny (961 – 1048) führte um 1030 einen Gedächtnistag für alle verstorbenen Gläubigen nach dem Allerheiligenfest ein. Recht rasch breitete sich dieser Allerseelentag über die gesamte katholische Kirche aus.

Weiterführende Links:
Religion orf.at
Wikipedia

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