Nikolaus von Myra

Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen was er hat.

Evangelium nach Matthäus 25, 29

nikolaus2Dieses Bibelzitat stammt aus dem „Gleichnis von den anvertrauten Talenten“, welches als Grundlage für den heutigen Brauch diente, dass Kinder vom Nikolaus befragt werden, ob sie denn brav und fromm gewesen sind.

Doch fangen wir ganz von vorne an. Wer war dieser Nikolaus? Was ist wahr und was gehört in das Reich der Legenden?

Über die reale Person „Nikolaus von Myra“ blieben leider nur wenige dokumentierte Tatsachen über die Jahrhunderte erhalten. Schon bei seinen Geburts- und Sterbedaten gibt es eine sehr große Spanne. So wird seine Geburt in der Zeitspanne der Jahre 270 bis 286 stattgefunden haben und er verstarb, je nach berücksichtigter Quelle, am 6. Dezember 326, 345, 351 oder gar erst 365.

Belegt ist, dass er in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra tätig war. Während der Christenverfolgung 310 wurde er gefangen genommen und gefoltert.

Auch dass er sein Vermögen, welches er geerbt hatte, an die Armen verteilte, ist aus zeitgenössischen Quellen bestätigt.

Möglicherweise nahm er auch am Konzil von Nicäa teil, doch fehlen dazu konkrete Beweise. Nur eine Erzählung aus dritter Hand berichtet davon.

Die Legenden und das Brauchtum

nikolaus1Zahlreiche Legenden ranken sich um den heiligen Nikolaus. Viele schufen die Basis dafür, dass er zu einem der bekanntesten Heiligen wurde.

Eine Erzählung berichtet von einem Mann, welcher mit wundersamen Kräften einen Seesturm zum Abflauen brachte. Wie sich herausstellte war es der heilige Nikolaus. Diese und andere Geschichten bilden die Grundlage dafür, dass er als Schutzpatron der Seefahrer dient.

Da Nikolaus auch Schutzheiliger der Binnenschifffahrt ist, findet man auch in Österreich in vielen Orten, die an gegenwärtig beziehungsweise ehemals schiffbaren Flüssen liegen, eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche.

Der Brauch dass der Nikolaus Kindern Geschenke bringt hat mehrere Hintergründe. Einerseits gilt er auch als Schutzpatron der Kinder, andererseits sein historisch belegtes Weggeben seines Erbes.

nikolaus3Auch die Legende dass er drei Jungfrauen Goldklumpen durchs Fenster warf um ihnen die notwendige Mitgift zu ermöglichen, zeugt von seiner Großzügigkeit. Dies ist auch der Grund warum Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt wird.

Es gibt noch zahlreiche andere Legenden um den heiligen Nikolaus. Vom Kornwunder über Bekehrungen bis zu Auferweckungen von den Toten.

Am wichtigsten ist aber, dass sich aus dem Leben und Wirken eines mit Sicherheit besonderen Menschen ein wunderschönes Brauchtum entwickelt hat, welches auch in Zukunft erhalten bleiben sollte.

Weiterführende Quellen:
Wikipedia

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