Pfarrkirche Sankt Vinzenz – Heiligenblut

Dokumente erwähnen bereits 1271 eine Vinzenz-Kapelle, die aber im Jahre 1273 aufgrund ihres hohen Alters durch einen größeren Bau ersetzt wurde.

Den Namen Heiligenblut erhielt der Ort durch eine in der Kirche untergebrachte Reliquie des heiligen Blutes.

Einer Legende zufolge soll um das Jahr 914 in Konstantinopel ein Mann auf ein Kruzifix eingestochen haben, um zu erfahren ob Christus wirklich Gott ist. Aus dieser Wunde floss Blut, das später durch einen Soldaten namens Briccius nach Heiligenblut kam. Natürlich ist die gesamte Legende viel umfangreicher.

Schon 1273 gibt es nachweislich Wallfahrten zur Verehrung des heiligen Blutes. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts nehmen die Pilgerreisen derart zu, dass ein weiterer – größerer – Neubau der Kirche notwendig wurde.

Aufgrund der schwierigen Bedingungen in einer Hochgebirgsregion, dauerte der Neubau deutlich länger als sonst. 1430 wurde der Chor fertiggestellt und 1483 folgte das Langhaus. Um 1490 dürfte der gesamte Bau als fertiggestellt betrachtet werden.

Glücklicherweise blieb dieser gotische Bauzustand bis in die heutige Zeit beinahe unverändert erhalten.

Der mächtige und prächtige spätgotische Hochaltar aus dem Jahre 1520 gilt als der bedeutendste Altar in Kärnten. Seine Bauzeit betrug 30 Jahre und seine Höhe beträgt 10,6 Meter.

Im 13 Meter hohen Sakramentshaus links vom Hochaltar, wird die Reliquie des heiligen Blutes aufbewahrt.

In der Krypta unter dem Altarraum, die beinahe wie eine Unterkirche anmutet, befindet sich unter anderem das Hochgrab des in der Legende erwähnten Soldaten Briccius.

Die Pfarrkirche Sankt Vinzenz ist ein besonderes Schmuckstück unter den gotischen Sakralbauten. Abgesehen davon, auch der Ort und die Umgebung sind allemal eine Reise wert.

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