Pfarrkirche Sankt Stephan – Gmünd

Die Kuenringer übernahmen Ende des 12. Jahrhunderts die Verantwortung für die Geschicke des Landstriches und gründeten zu dieser Zeit die Stadt Gmünd.

Bereits um 1200 dürfte der erste romanische Kirchenbau vollendet gewesen sein und Teile dieser Bauphase sind bis zum heutigen Tage erhalten.

Der Anfang des 15. Jahrhunderts brachte viel Leid über den Raum Gmünd. Hussiten-Einfälle und auch der von Oberösterreich ausgehende Bauernaufstand führten dazu, dass die romanische Kirche schwer beschädigt wurde.

Ende des 15. Jahrhunderts, um das Jahr 1490 herum, erfolgte ein Wiederaufbau im gotischen Stil und der Zubau von zwei Seitenschiffen. Außerdem wurde ein gotischer Chor angebaut, wodurch der Turm eher wie ein großer Dachreiter wirkte, da er ab diesem Zeitpunkt mehr oder weniger vom Dachwerk umschlossen war.

Nachdem die Gegenreformation abgeschlossen war, kam es zur Barockisierung der Kirche. Dabei wurden alle gotischen Fresken übermalt, die glücklicherweise heute zum Teil wieder freigelegt sind. Auch die Inneneinrichtung wurde damals im Stil des Barock erneuert.

Der heutige Westturm wurde 1854 als Ersatz für den bei einem Brand 1852 zerstörten Vorgänger errichtet.

In einer Zeit des Aufschwungs um die Wende zum 20. Jahrhundert, erfuhr die Pfarrkirche eine Regotisierung und erhielt ihre heutige neugotische Einrichtung.

Im Zuge der Innenrenovierung in den Jahren 1981/82 wurden, unter anderem, die heute wieder sichtbaren gotischen Fresken freigelegt. Zeitgleich fand eine Erweiterung der Kirche statt, in dem beiderseits des Chores Räume angebaut wurden.

Dem Architekten Clemens Holzmeister gelang es, ohne der gotischen Architektur zu schaden, einen modernen Kirchenraum zu gestalten. Dieser wird nur sichtbar, wenn man sich ein einem der zugebauten Räume befindet und in Richtung des gegenüberliegenden Raumes blickt.

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