Pfarrkirche Sankt Laurentius – Sollenau

Bereits Ende des 12. Jahrhunderts dürfte hier ein Kirchenbau bestanden haben, welcher durch das Wachstum des Ortes im 13. Jahrhundert zu einer hochmittelalterlichen Burg-Kirchenanlage vergrößert wurde.

Ab 1312 ist Sollenau eigene Pfarre und wird bis Ende des 15. Jahrhunderts von Stift Melk aus betreut.

1529 zerstören Türken den Ort und die Kirche, worauf bis 1560 kein Pfarrer hier mehr Dienst tut. Ab 1590 übernahm die protestantische Herrschaft in Schönau Ort und Kirche und der Bau wurde auf seine heutige Größe erweitert.

Im Zuge der Gegenreformation kehrt 1625 wieder der katholische Glauben in der Region ein und die Kirche wird zu dieser Zeit zur Wehrkirche ausgebaut. Dies war 1683 ein großer Nutzen für die in ihr Schutz suchenden Einwohner, da wieder der Ort von Türken verwüstet wurde, aber die Pfarrkirche verschont blieb.

Anfang des 18. Jahrhunderts fielen die Kuruzzen in Sollenau ein und ein Zeitgenosse beschrieb Sollenau als „einen öden Ort, verwüstet von den Türken und Kuruzzen“.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde eine Renovierung des Baus in Angriff genommen, was 1784 zu einem neuen Hochaltar führte und auch die restliche Inneneinrichtung wurde barock gestaltet.

1856 kam es zu einer umfassenden Renovierung, bei der die Westfassade eine neugotische Gestaltung erhielt. Wenige Jahre später, am 9. Oktober 1887, fielen Kirchen- und Turmdach einem Großbrand zum Opfer. Beim Wiederaufbau erhielt der Turm sein historisches Spitzdach, im Gegensatz zum zuvor angebrachten stilwidrigen Zwiebelhelm.

Anlässlich der 800-Jahrfeier des Ortes 1958, wurde eine gründliche Renovierung des desolaten Kirchenbaus vorgenommen. Man entfernte die neugotischen Aufbauten der Westfassade und ersetzte sie durch ein vergrößertes Portal im neoromanischen Stil.

Bei der letzten Renovierung 2008 wurde der Innenraum im Stile des mittleren 16. Jahrhunderts gestaltet, wodurch sich ein sehr schönes Gesamtbild dieses Bauwerks ergibt.

Die barocke Inneneinrichtung, aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im schlichten klassizistischen Stil, fügt sich gut in den Bau ein.

Besonders schön sind die Bilder des Kreuzweges, welche mit der Jahreszahl 1732 datiert sind. Sie wurden nicht für diesen Bau gemalt, sondern erst Ende des 19. Jahrhunderts angekauft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*